TAPING IM KLETTERSPORT

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Tapeverbände sind aus der modernen Sportmedizin nicht mehr wegzudenken. Sie helfen Verletzungen vorzubeugen und lindern Beschwerden.

Fingerschmerzen, Tennis-Ellbogen, dein Handgelenk tut weh?

Alle diese und weitere Beschwerden plagen Kletterer.
Doch neben der üblichen “Acht Wochen Pause!”-Verordnung vom Orthopäden gibt es noch weitere lindernde Maßnahmen, z.B. Massage, Physiotherapie, Ausgleichstraining – und natürlich Taping. Hier stelle ich Dir die wichtigsten Tape-Arten für verbreitete KletterBeschwerden vor.

blog_taping_im_klettersportPrinzipiell kann Tape beim Klettern zu zwei verschiedenen Zwecken eingesetzt werden. Prophylaktisches Tapen zum Schutz vor Hautabschürfungen beim Rissklettern oder bei Klemmlöchern. Meist sind hier der Handrücken mit Fingerknöcheln und die Fingermittelgelenke betroffen. Jeder weiß, wie schmerzhafte Abschürfungen einem das Klettern verleiden oder gar der nächste „Go“ mit schmerzverzerrtem Gesicht abgebrochen werden muss. Gelegentlich kann auch ein Fingergelenk, das bei einem bestimmten Zug in einer Route stark beansprucht wird, zum Schutz getapt werden, z.B. bei einem scharfen Einfingerloch. Nach einer Verletzung, bei leichten Beschwerden oder bei Überlastung kann Tapen sinnvoll sein.

Tape zum Schutz des Fingermittelgelenks
Dieses Tape wird sicherlich mit am häufigsten gebraucht. Beim Anlegen sollte man darauf achten, dass das Beugen und Strecken des Gelenks noch möglich ist. Beim TAPEN des Fingermittelgelenks gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten. Eine besteht darin, ein zirkuläres Tape am Grund- und Mittelglied mit einem seitlichen Tapestreifen zu ergänzen, alternativ wird ein breiter Streifen direkt über dem Gelenk angebracht. Besonders empfehlenswert ist eine – in etwa 30 Grad Beugestellung des Mittelgelenks angelegte – “Achtertour” mit dem Tapestreifen. So wird bei Belastung des Gelenks ein Teil der Kraft auf das Tape übertragen, wodurch es sich auch sehr gut als Prophylaxe für Einfingerlöcher eignet. Beim Anlegen ist es wichtig, das Fingermittelgelenk um 30 Grad zu beugen, so kann das Tape bei passiver Fingerstreckung („im Loch hängen“) die Kapsel und die Bänder entlasten.

Tape zum Schutz des Fingerendgelenks
Die “Achtertour” ist hier aus Platzgründen nicht möglich. Das Tape würde großteils auf der Fingerkuppe liegen, beim Greifen behindern. Hier kann nur zirkulär um das Gelenk mit etwa eineinhalb Windungen getapt werden. Dies bietet etwas Schutz. Bei schwereren Verletzungen empfiehlt es sich, den verletzten Finger mit dem Nachbarfinger durch ein sogenanntes “Buddy-Tape” zu schienen. Hierzu wird um die Grund- und die Mittelphalanx, gegebenenfalls auch um die Endphalanx der beiden Finger jeweils ein Streifen gelegt. So können sie zusammen frei gebeugt und gestreckt werden, aber sich nicht voneinander wegbewegen oder gegeneinander verdrehen.

Tapen an der Hand
Überlastungsbeschwerden im Handteller sind nicht häufig, kommen aber vor. Betroffen ist hier das Ringband mit der Sehnenscheide und die kleine Handmuskulatur. Ein zirkulärer Tapestreifen um die Mittelhand, wodurch eine leichte Hohlhand gebildet wird, kann eine Erleichterung der Beschwerden bringen.

Tapen am Handgelenk
Vor allem bei Unter- und Seitgriffen kann es im Handgelenk durch den Zug der Beugesehnen gegen ihre Umlenkpunkte zu Schmerzen und Überreizungen kommen. Ein zirka 2,5 Zentimeter breites Tape am Handgelenk kann es entlasten. Wichtig ist, dass das Tape zweiteilig ist (handrückenseitig und handflächenseitig), so dass eine gewisse Elastizität gegeben ist, und der Blutabfluss gewährleistet ist. Die Tapestreifen sollten sich auf beiden Seiten überlappen.

Tapen am Ellenbogen
Tape wird am Ellenbogen zur Therapie des Tennisellenbogens verwendet. Ein Taping direkt auf dem Epikondylus verursacht keinen Blutstau wie es manchmal bei Ellbogenbandagen der Fall ist. Nur so gewährleistet das TAPE bei der Beugung unter Anspannung noch genügend Bewegungsfreiheit. Das Wirkungsprinzip besteht dabei in der bewussten oder unbewussten Wahrnehmung des Körperzustands, “gefühlte” Beeinflussung und nicht im direkten mechanischen Effekt. Das heißt, Sensoren in den Sehnen, Muskeln und der Haut informieren das zentrale Nervensystem über die Gelenkstellung, das dann wiederum auf die Biomechanik und die Statik einwirken kann.

Tapen der Ringbänder
Die Ringbänder im Finger sind dünne Bänder, die die Beugesehne am Knochen festhalten und so eine bestmögliche Übertragung der in den Sehnen
entwickelten Kraft auf den Knochen ermöglichen. Kletterer belasten ihre Finger und besonders die Ringbänder viel extremer als nichtkletternde Menschen, die Ringbänder werden in gebeugter Fingerstellung stark beansprucht – besonders beim “Aufstellen” auf kleinen Griffen. Dabei kann es schnell zur Klettererverletzung Nummer eins kommen, dem Ringbandriss. Deshalb ist prophylaktisches Tapen hier die erste Wahl.

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