„ICH HABE RÜCKEN“

Tapedichfrei28

Jeder kennt und fast jeder hat mal Rückenbeschwerden.

blog_ich_habe_rueckenDas Kreuz schmerzt. Der Nacken tut weh. Der ganze Rücken fühlt sich an, als wäre er aus Beton. Jede Bewegung wird zur Qual. Kaum ein Leiden scheint in den letzten Jahren so zugenommen zu haben wie Rückenschmerzen. Die „Volkskrankheit Nr. 1“ ist ein Thema in der Arztpraxis, am Arbeitsplatz, in der Familie und in der Freizeit. Der Rücken als Dauerproblem – muss das wirklich sein?

Verschleiß an Bandscheiben und Wirbelsäule bereitet Schmerzen – oder etwa nicht? Aussagen wie „meine Bandscheiben sind kaputt“ oder „meine Lendenwirbelsäule ist verschlissen“ bieten nur eine scheinbare Erklärung für die Schmerzen. Denn die meisten dieser Aussagen entstehen durch die Betrachtung von Röntgenbildern oder Kernspintomografien. Sichtbare Veränderungen an der Wirbelsäule kommen jedoch bei Menschen mit und ohne Rückenschmerzen vor:

  • Praktisch jeder 40-Jährige hat Einrisse in mindestens einem äußeren Bandscheibenring
  • Bei jedem zweiten 50-Jährigen zeigt die Kernspintomografie eine größere Bandscheibenvorwölbung oder einen Bandscheibenvorfall
  • 70 Prozent der 50-Jährigen haben sichtbare Abnutzungen auf dem Röntgenbild

Erfährt man von diesen Veränderungen, hält man sie natürlich zunächst für die Ursache der Rückenschmerzen. Wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahre zeigen aber, dass dieser „Verschleiß“ nur ganz selten die Beschwerden erklärt.

Was tun, wenn der Rücken schmerzt?
Neue Erkenntnisse zeigen, dass der Umgang mit Rückenbeschwerden für den Krankheitsverlauf wichtiger ist als sogenannte Verschleißerscheinungen, die auf einem Röntgenbild zu sehen sind. Ganz vermeiden lassen sich die Beschwerden oft nicht. Durch vorbeugende Maßnahmen und den richtigen Umgang mit den Schmerzen allerdings, kannst Du viel dazu beitragen, Häufigkeit und Stärke der Beschwerden zu verringern. Du hast viel mehr Einfluss auf Deinen Rücken, als Du denkst.
.
Sind Wirbelsäule und Bandscheiben zu schwach für unsere Ansprüche?
Selbstverständlich nicht, schließlich hat die Natur in langen Versuchsreihen auch hier ein äußerst belastbares System geschaffen. Bandscheiben und Wirbelsäule vereinen Qualitäten wie Beweglichkeit, Stabilität, Stoßdämpfung und Schutz für lebenswichtige Leitungsbahnen. Sie erfüllen damit ständig ein Bündel von zum Teil gegensätzlichen Anforderungen, die einem Ingenieur die Schweißperlen auf die Stirn treiben würden.

Die Wirbelsäule ist extrem stabil, sie kann eine tonnenschwere Last aushalten. Sie gehört mit zu den stärksten Körperteilen. Es ist schon recht schwierig, sie zu schädigen. Hab also keine Angst, Deinen Rücken im Alltag zu belasten. Im Gegenteil: Belastung bedeutet Training, und durch Training steigt wiederum die Belastbarkeit. Schonung bewirkt genau das Gegenteil. Zu den Auslösern von Rückenschmerzen gehören jedoch sicherlich körperliche Faktoren, denn die Beschwerden sind meistens belastungsabhängig. Häufig treffen wohl mehrere ungünstige Faktoren zusammen, wenn Rückenschmerzen entstehen.

Häufig genannt werden zum Beispiel:

  • Alter, Gewicht, Körpergröße
  • zu wenig Bewegung, schwache Muskulatur
  • einseitige Tätigkeit, zu schweres Heben und Tragen
  • ungeeignete Sitzmöbel, ungünstige Matratzen
  • Stress, Depressionen
  • und vieles mehr

Viele verschiedene Faktoren beeinflussen das Rückenproblem – und sind bei jedem Betroffenen in unterschiedlichem Ausmaß beteiligt. Gehe vernünftig mit Deinem Körper um und höre auf seine Signale. Übermäßige Ängstlichkeit ist ebenso fehl am Platze wie ein „Kopf-durch-die-Wand-Verhalten“, das die Beschwerden ignoriert.

Längere Schonung vermindert die Belastbarkeit, lässt die Muskeln schwinden, schwächt die Knochen, schränkt die Beweglichkeit ein – und dann können Dir irgendwann auch einfache Alltagsbelastungen schwerfallen. Lass es nicht so weit kommen. Beim Auskurieren akuter Rückenbeschwerden kommt es auf die richtige Mischung zwischen Schonung und Belastung an. Denn sich überfordern und immer durchhalten wollen, ist auch nicht gut für Deinen Rücken. Statt endlos nach Erklärungen zu suchen, finde besser heraus, was bei Beschwerden eine rasche Rückkehr zum normalen Alltag verhindert. Dann gilt es zu erkennen, was davon veränderbar ist.

Das Lebensumfeld, vor allem Familie und Arbeitswelt, hat erheblichen Einfluss auf Rückenschmerzen. So ist z. B. die Zufriedenheit mit der Arbeit wichtiger als dietatsächliche Arbeitsbelastung. Wenn Du mit Dir selbst, Deiner Familie und Deinen Freunden zufrieden und in Einklang stehst, werden Rückenschmerzen Dich wenigerbeeinträchtigen, als wenn Du privat oder beruflich Misserfolge zu verkraften hast. Das Risiko, dass Rückenbeschwerden chronisch werden, ist dann deutlich höher.

HAPPY TAPING – TAPE DICH FREI!

0 Comments

Leave your comment