FASZIENTRAINING

Wie Faszien-Training gegen Schmerzen wirkt

Faszien sind die Bindegewebshüllen um unsere Muskeln – und bisher wenig beachtet. Das ändert sich gerade grundlegend.
Denn gezieltes Training der Faszien hilft unter anderem bei Rückenschmerzen und Knieproblemen.
Bislang vermuteten Mediziner häufig die Ursache in der Muskulatur. Doch Betroffenen konnte so allein nicht geholfen werden.
Jetzt haben Forscher die eigentlichen Übeltäter für Schmerzen im Bewegungsapparat enttarnt.
Faszien umhüllen als kollagenhaltiges Bindegewebe jeden Muskel, einzelne Muskelfasern sowie den Körper als Ganzes.


Faszien-Training löst verklebtes Gewebe

Heute wissen wir, dass mikroskopisch kleine Risse in den Faszien Schmerzen auslösen können. Nicht nur im Bewegungsapparat,
auch Spannungskopfschmerzen sind möglich. Dabei sorgen Faszien im Normalfall für Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit.
Ermöglicht wird das durch die vielverzweigte Faszienstruktur aus Wasser, Kollagen, Zucker-Eiweißverbindungen und
verschiedenen Klebstoffen. Diese Zutaten erzeugen Elastizität und sorgen für gleitfähige Bewegung der Muskeln –
im Alltag ebenso wie beim Sport. Erstaunlich ist, dass Faszien enorm reißfest sind. Sie sind oft nur einen Millimeter dick,
können aber eine Zugkraft von mehr als 60 Kilogramm aushalten.
Die faszinierende Anpassungsfähigkeit leidet aber bei Bewegungsmangel.
Ebenso bei Überlastung, einseitiger Beanspruchung oder Fehlhaltung.
Das Gewebe kann regelrecht verkleben. Da es wie Spinnenweben zusammenhängt, verhärten auch benachbarte Muskeln.


Faszien als Schmerzauslöser

Lange Zeit stand ein gezieltes Faszientraining gar nicht im Fokus der Schmerzlinderung, da die Bedeutung der Faszien
völlig unterschätzt wurde. „Ihre wichtige Rolle für den Bewegungsablauf ist wissenschaftlich eine relativ neue Erkenntnis“,
so Robert Schleip, der seine Forschungen gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe der Universität Ulm durchführt.
Die Faszien schaffen den Balanceakt zwischen Stabilität und flexibler Geschmeidigkeit. Die Folge: Wer das Gewebe elastisch und
widerstandsfähig erhält, hat den bestmöglichen Schutz gegen vielfältige Beschwerden. Wird das Fasziennetz aber vernachlässigt,
kommt es früher oder später zu Verspannungen und Schmerzen, außerdem zu Verletzungen wie Zerrungen.
Bei alledem zeichnet Faszien die Eigenschaft aus, sich auch unabhängig von der Muskulatur zusammenzuziehen.
Als Netzwerk verbinden sie sich darüber hinaus mit weiteren Strukturen, darunter Sehnen, Bänder und Gelenkkapseln.
Folglich verbessern die Faszien auch die Ganzkörperkoordination. Grund genug, die Alleskönner in Schuss zu halten.
Kann tiefliegendes Bindegewebe aber gezielt trainiert und im Schmerzfall optimal therapiert werden?
Die Trainierbarkeit der Faszien ist mittlerweile gut erforscht.
Dabei geht es nicht etwa um schweißtreibendes Kraft- oder Ausdauertraining. Faszienarbeit ist viel spezifischer.“
Entscheidend sind unter anderem langsame, achtsame Bewegungen. Ziel ist es, die Geschmeidigkeit einer Katze für
den hochelastischen Faszienkörper zu erreichen. Wer seinen Faszien etwas Gutes tun will,
kann auf spezielle Dehnübungen zurückgreifen.

So hilfst du Deinen Faszien

Alle gezeigten Übungen werden mit einer speziellen Rolle aus Schaumstoff (Faszienrolle) durchgeführt, die es im Fachhandel zu
kaufen gibt oder Du bei www.tapedichfrei.de zu einem Sonderpreis von 25 Euro bestellen kannst.
Ein fest zusammengerolltes Handtuch tut es aber genauso.

Faszienübung 1
Zur Entlastung der Lendenwirbelsäule mit angestellten Beinen auf die Rolle legen. Durch Vor- und Zurückrollen werden
Spannungen im unteren Rücken massiert.

Faszienübung 2
Für die Massage der hinteren Beinfaszie die Rolle unter den Oberschenkel legen. Die Rückseite des gestreckten Beines
auf der Rolle dosiert bearbeiten.

Faszienübung 3

Zur Mobilisation des Schultergürtels die Rolle analog zu Übung 1 unter den Körper legen und vor- und zurückbewegen –
diesmal aber auf Höhe der Schulterblätter. Den Kopf dabei mit den Händen im Nacken abstützen.

Faszienübung 4
Gegen steife Schultern die Rolle in Bauchlage abwechselnd unter eine Achsel legen und die Schulter sanft nach vorne und
wieder zurückschieben. Das lockert Schultern und stärkt den Rücken.

Faszienübung 5
Bei Knieschmerzen im Seitstütz das obere Bein vor dem Körper aufstellen, das untere mit der Oberschenkelaußenseite
über die Rolle vor und zurück bewegen.

Quelle
“Das neue Stretching” von Stefan Rieth, GU Verlag

HAPPY TAPING!
Gabriele

TAPE DICH FREI!

0 Comments

Leave your comment